Mikael Helsing: Wintersport

Photo Portfolio

Nach einigen Jahren Arbeit in den Alpen beschloss ein junger schwedischer Fotograf, mit Freunden nach Spanien zu reisen, um in den Pyrenäen Skifahren zu lernen und seinen Lebensunterhalt mit Fotografie zu verdienen. Das war in den späten 80er Jahren. Was er damals noch nicht wusste: Er würde in Spanien bleiben und dort die nächsten Jahrzehnte in den Bergen Ski fahren - und uns mit seinen inspirierenden Sport- und Naturbildern erfreuen. Dürfen wir vorstellen: Mikael Helsing.

TEXT: Javier González

FOTOGRAFIE: Mikael Helsing

Magazine Ausgabe #16 2021

Hallo Mikael, wie kommt es, dass ein Schwede in Spanien lebt?

Meine beiden großen Hobbys, die Fotografie und das Skifahren, brachten mich damals nach Spanien. Zuvor lebte ich in Schweden und wollte mit Fotografie beginnen. Eine Reihe von Faktoren - Kälte, kurze Tage, der Mangel an Licht im Winter - haben mich zum Reisen ermutigt. So begann ich, in den Alpen Ski zu fahren. Ich war an ziemlich touristischen Orten. Für die Fotografie brauchte ich aber ruhigere Orte. Zurück in Schweden, nach der zweiten Skisaison in den Alpen, besuchte ich die spanische Botschaft in Stockholm. Ich recherchierte dort nach Skigebieten auf der iberischen Halbinsel. Die Sierra Nevada wurde mir empfohlen, wegen der vielen Sonnenstunden. Doch die Sierra war 4.500 km von meinem Dorf in Schweden entfernt. Die zweite Option lag 'näher', nur 3.500 km entfernt: Baqueira-Beret. Die folgende Wintersaison bereitete ich mich gründlich vor, packte mein Auto mit Ski- und Fotoausrüstung voll und fuhr dann mit Kollegen nach Spanien.

Wann und wie hast du mit dem Fotografieren begonnen?

Ich nahm an Abfahrtsrennen in Schweden teil. Aber solche sportlichen Events waren nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Also fing ich an, meine Freunde beim Skifahren zu fotografieren. Nach und nach wurde ich sicherer und mit gelangen erste verkaufbare Aufnahmen. Ich sah darin nicht nur die Möglichkeit, meine Investitionen wieder hereinzuholen, sondern auch, Geld zu verdienen und ein tolles Hobby zu haben.

Wann hast du gemerkt, dass du Profi bist?
Nach einigen Skisaisons wurde mir klar, dass die Ergebnisse gut genug waren, um sie zu verkaufen und mit den etablierten Fotografen in der Skiwelt konkurrieren zu können. Das hat mich sehr motiviert. Ich habe dann in Ausrüstung investiert, um bessere Qualität liefern zu können.



Ich habe fast alle möglichen Varianten der Fotografie durchlaufen, und das hat irgendwie meine Vision als Fotograf geprägt.


Welche Themen gefallen dir am besten?

Alle Themen rund um Sport und Natur, zu denen ich als Fotograf etwas „Eigenes“ beitragen kann. Wenn es sich dabei um Aufträge oder Momente mit schwierigen Licht- oder Wetterbedingungen handelt, motiviert mich das umso mehr. Ich arbeite sehr gerne mit Blitzlicht im Freien. In den letzten Jahren hat sich die Beleuchtungsausrüstung stark verbessert, sodass ich nun über ein kompaktes Beleuchtungsset für Außenaufnahmen verfüge.

Ich betrachte mich selbst als Outdoor-Fotograf, ein Bereich, in dem die meisten Motive natürlich im Freien aufgenommen werden und oft erhebliche Beleuchtung erfordern. Meine Arbeit ist insgesamt sehr vielfältig: Porträts, Studiofotografie, Sportveranstaltungen, Reisen, Werbung, Produkttests, Fahrräder, Motorräder, Autos usw. Meine Karriere ist wie ein großer Fotokurs. Ich habe fast alle möglichen Varianten der Fotografie durchlaufen, und das hat irgendwie meine Vision als Fotograf geprägt.

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Was ist das Schwierigste daran, im Winter gute Fotos zu machen?
Es ist nicht schwieriger, im Winter und bei Schnee zu fotografieren, aber die Umstände, die die Arbeit beeinflussen, wie Kälte, Feuchtigkeit, die Beweglichkeit im Schnee ... In den Bergen gibt es im Winter viele Tage mit schlechtem Wetter, was die Produktion verlangsamt. Deshalb ist es sehr wichtig, die Aktivität, die man fotografiert, gut zu kennen und die wenigen guten Momente zu nutzen, um die Arbeit zu erledigen. In den Zeiten der analogen Kameras wurde oft über die Schwierigkeit gesprochen, bei Schnee und Sonnenreflexionen richtig zu belichten, aber wenn man bedenkt, dass es sich um eine weiße Oberfläche handelt, auf der die Sonnenstrahlen reflektiert werden und mehr von der Szene beleuchten, denke ich, dass die Beleuchtung bei Schnee und Sonne mehr Vorteile als Nachteile hat. Es stimmt zwar, dass der Dynamikumfang der Kamera (das, was der Sensor der Kamera zwischen den hellsten und dunkelsten Bereichen des Bildes erfasst) möglicherweise geringer ist als der der Szene, die man aufnehmen möchten, aber das ist etwas, das bei allen Kameras mehr oder weniger der Fall ist.
Ein weiterer Faktor, der bei der richtigen Belichtung von Bildern an sonnigen Tagen zu berücksichtigen ist, ist, dass Amateurfotografen früher nur sehr selten bei Schnee fotografiert haben, denn wie bei allem muss man auch hier üben. Heutzutage beschwert sich niemand mehr darüber, da das Fotografieren mit Digitalkameras nichts kostet. Wenn das Bild nicht gelingt, macht man einfach ein neues, ohne zusätzliche Kosten.
Kurz gesagt, das Schwierigste am Fotografieren im Winter ist, am richtigen Ort zu sein, das gesamte Equipment bereit zu haben und, was sehr wichtig ist, seriöse Leute um sich zu haben, sowohl Skifahrer als auch Leute aus dem Produktionsteam. Letztendlich ist Skifotografie eine Frage eines gut eingespielten Teams, das zusammenarbeitet.

Du bist viel gereist. Was ist dein Lieblingsreiseziel im Winter?
Ich habe kein bevorzugtes Reiseziel. Ich war schon an vielen wunderschönen Orten und habe an vielen verschiedenen Orten viele schöne Erfahrungen gemacht. Ich habe festgestellt, dass es einige Orte gibt, an denen das Licht wichtiger ist als an anderen Orten, zum Beispiel im Norden Norwegens. In vielen Orten in den Alpen gibt es eine außergewöhnliche Schneequalität. In den Pyrenäen gibt es eine Mischung aus unglaublichen Orten und fantastischem Licht, besonders in den Monaten Dezember und Januar. Man könnte sagen, dass ich für jede Art von Arbeit einen Lieblingsort habe, ohne die Orte zu nennen, denn ich muss mir etwas geheim halten.

Fotografisch gesehen, was hat Spanien dir zu bieten?
Spanien ist ein Land mit einer großen Vielfalt an Landschaften. Hier gibt es alles, von hohen Bergen mit Schnee über Wälder aller Art bis hin zu Stränden und einer Küste von unendlicher Vielfalt. Inseln im Mittelmeer und im Atlantik, Wüsten, Flüsse, unglaubliche Felsformationen, unterschiedliche Dörfer in vielen Teilen des Landes. Ich könnte endlos über die vielfältigen Mikroklimata in den verschiedenen Regionen Spaniens sprechen. Ich denke, es ist eines der Länder mit der größten Vielfalt an Landschaften und Klimazonen, zumindest in Europa.

Was sind deine Schwächen?
Schwächen als Fotograf? Zweifellos unnötige Eile. Ich arbeite seit vielen Jahren bei verschiedenen Arten von Rennen und Veranstaltungen und habe das Gefühl, dass meine Nerven mich mehr leiden lassen, als ich sollte. Es gibt Momente, in denen ich nicht alles aus mir heraushole, was in mir steckt. Andere Bereiche, in denen ich das Gefühl habe, nicht viel beitragen zu können, sind Hochzeiten und soziale Themen. Vielleicht liegt es daran, dass ich sie zwar mag, aber diese Themen Qualitäten an Fotograf stellen, die ich nicht habe.

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Gibt es noch etwas, das du über die Kunst der Fotografie lernen möchtest?
Fotografie ist eine Mischung aus dem Einsatz verschiedener Werkzeuge wie Kamera, Objektive, Lichtquellen und Bearbeitungsprogramme einerseits und andererseits die Interpretation als Fotograf mit kritischem und geschultem Blick, etwas sehr Subjektivem. Sowohl die Werkzeuge als auch der Blick brauchen Zeit, um sich zu entwickeln. Digitalkameras haben einen unglaublichen „Rhythmus“ in ihrer technologischen Entwicklung, und die Augen (und der Verstand) werden mit jeder Fotosession „trainiert“. Die Vorstellungskraft, Erfahrung und das Wissen jedes Fotografen sind natürlich sehr subjektiv. Einige Fotografen haben viel Fantasie, während andere über außergewöhnliche technische Kenntnisse verfügen.

Als ich in der Welt der Fotografie angefangen habe, waren die Kameras noch analog. Jetzt sind wir seit mehr als 20 Jahren im digitalen Zeitalter, in dem jedes neue Kameramodell Verbesserungen gegenüber dem Vorgängermodell aufweist. Objektive werden schneller und qualitativ hochwertiger. Auch Beleuchtungsausrüstung verbessert sich permanent.

Andere Faktoren, die man berücksichtigen muss, sind Trends. Bilder, die wir produzieren, müssen "einen frischen Wind" haben. Sie müssen Eindruck machen. Das bedeutet eine ständige Suche nach Verbesserungen unserer Arbeit. Meiner Meinung nach befindet sich die Fotografie in ständiger Entwicklung. Man muss sich halt an die Werkzeuge anpassen, die der Markt bietet. Das bedeutet auch Veränderungen in der Art und Weise, wie man diese Technologien in seiner Arbeit einsetzt. Man muss offen sein für neue Werkzeuge. Fotografie ist eine ständige Reise.

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ÜBER DEN AUTOR

Javier González ist begeisterter Bergsportler. In den ersten zehn Jahren seiner Laufbahn reiste er als Freiberufler mit dem Snowboard von Skigebiet zu Skigebiet: Pyrenäen, Alpen, Anden, Japan und mehr. Zwölf Jahre lang war er Chefredakteur von Oxígeno, Spaniens meistverkauftem Outdoor-Sportmagazin. Heute leitet er die spanische Ausgabe von WideOyster und ist für den spanischen und lateinamerikanischen Markt zuständig.

ÜBER DEN FOTOGRAFEN

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